Wirtschaft in Afrika zum Teil besser als ihr Ruf

© Anton Balazh - Fotolia.com

© Anton Balazh - Fotolia.com

Wenn man sich nicht ausführlich mit Afrika beschäftigt, kann man den Eindruck bekommen, der Kontinent sei geprägt von Hungersnot, Bürgerkriegen und blutrünstigen Diktatoren. Doch während die Medien über humanitäre Katastrophen in einigen Ländern des Kontinents berichten, entwickeln sich viele andere im Eiltempo wirtschaftlich und gesellschaftlich weiter. 

Die Einstellung westlicher Länder zu afrikanischen Ländern hat sich in den letzten Jahren geändert. Während die Zusammenarbeit früher auf humanitäre Hilfe seitens der reichen Länder und auf Rohstoff-Abbaurechte seitens der afrikanischen Länder konzentrierte, versuchen Entwicklungsorganisationen heute gezielt, die Wirtschaft in Afrika zu fördern. 

Es gibt gute Gründe für Optimismus, wenn man die Entwicklungen in den Ländern Afrikas betrachtet. Sieben der zehn Länder mit dem höchsten Wachstum der Wirtschaftsleistung waren 2011 in Afrika. Das ist keineswegs allein auf hohe Rohstoffpreise zurückzuführen. Der Kontinent ist demokratischer und weniger korrupt als noch vor wenigen Jahren. Hunderte von Millionen von Afrikanern zählen heute zu einer Mittelklasse, welche nicht um das tägliche Überleben kämpfen muss, sondern in die Erziehung des Nachwuchses investieren kann, und sich Konsumgüter leistet. 

Während noch bis in die neunziger Jahre Schauergeschichten von brutalen Diktatoren die Runde machten, kommen Afrikanische Regierungschefs heute aus anderen Gründen in die Schlagzeilen. Die Präsidentin von Liberia, Ellen Johnson Sirleaf, erhielt 2011 den Friedensnobelpreis. Sie ist bereits bereits die zweite Frau, welche an der Spitze eines afrikanischen Staates steht. Die Präsidentin von Malawi, Joyce Banda, sorgte für Aufsehen, als sie hohe Beamte wegen Bestechlichkeit entließ – ein beispielloses Signal gegen die Straffreiheit, die manche Politiker erwarten, nachdem sie sich in hohe Positionen erstritten haben. Ein positives Signal für die politischen Kräfteverschiebungen auf dem Kontinenten ist auch, dass sie dem vor dem internationalen Strafgerichtshof angeklagten Präsidenten des Sudans, Omar al-Bashir, die Einreise in ihr Land verweigerte.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>