Wilders gegen Integration in den Niederlanden

© Franz Pfluegl - Fotolia.com

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Der Fall des 18-jährigen Mauro Manuels geistert quer durch alle niederländischen Medien: Trotz bester Integration soll der Einwanderer mit Wurzeln in Angola abgeschoben werden. Er lebt seit seinem neunten Lebensjahr bei Pflegeeltern in den Niederlanden, spricht perfekt Holländisch und engagiert sich im Fußballklub seines neuen Heimatstädtchens Oostrum – wenn das nicht eine gelungene Integration beweist. Da aber Frieden in Angola herrscht, soll er nun abgeschoben werden. Ein Großteil der niederländischen Bevölkerung spricht sich eindeutig gegen diese Pläne aus. Hinter der Diskussion steckt aber noch viel mehr als ein Einzel-Schicksal: Die niederländische Regierung ist in Fragen rund um die Integration und Immigration tief gespalten. Derzeit regieren im Nachbarland Holland die Christdemokraten gemeinsam mit der rechtsliberalen Partei VDD. Die immer stärker werdenden rechten Parteien werden dem eigentlich als liberal bekannten Land langsam zum Verhängnis.

Der Rechtspopulist Geert Wilders verfolgt eine rigorose Ausländerpolitik. Um diese durchzuboxen, schreckt er auch nicht vor Schreiereien im Parlament oder öffentlichen Beleidigungen zurück. Da die Christdemokraten auf die Unterstützung Geert Wilders und seiner Rechtspopulisten angewiesen sind, spricht sich auch die christliche Parteispitze für eine Abschiebung Manuels aus.

Doch eine Mehrheit in ihrer Partei finden sie damit nicht. Mehrere Abgeordnete wollen nun auf eine menschlichere Ausländerpolitik pochen und sich nicht mehr dem Druck Wilders beugen. Deswegen wird derzeit auch im niederländischen Parlament in Den Haag über die Zukunft von Manuel abgestimmt. Der gebürtige Angolaner ist dabei auch persönlich anwesend – vielleicht kommt es ja sogar zu einem Tête-à-tête mit Wilders. Dann könnten sich die beiden im Limburger Dialekt miteinander unterhalten, denn Mauro wuchs nur etwa 30 Autominuten von Wilders Geburtsort entfernt auf.

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