Tod der ersten afrikanischen Friedensnobelpreisträgerin

Die erste Friedensnobelpreisträgerin Afrikas ist tot. Die Kenianerin Wangari Maathai erlag mit 71 Jahren einem Krebsleiden. Sie verstarb am Sonntag, den 25. September, im Kreis ihrer Familie. 2004 war sie als erste afrikanische Frau mit dem Friedensnobelpreis für den von ihr gegründeten Umweltverband „Green Belt Movement“ ausgezeichnet worden. Der Preis wird jedes Jahr vom Osloer Nobelkomitee für besondere Leistungen im Kampf um den Weltfrieden verliehen und ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen dotiert. Die Auszeichnung ist ein Vermächtnis des schwedischen Chemikers und Erfinder Alfred Nobel, der insgesamt 355 Patente anmeldete und unter anderem das Dynamit erfand.

Maathai war Tierärztin und studierte auch in Deutschland. Unter dem autokratischem Regime von Präsident Daniel arap Moi machte sie sich einen Namen als Bürgerrechtlerin mit unbeugsamen Prinzipien. Gemeinsam mit anderen engagierten Umweltaktivisten pflanzte sie Millionen Bäume und setzte sich stark gegen den Klimawandel ein.

Umstritten bleibt ihre Entscheidung, einen Ministerposten in der Regierung von Mois Nachfolger Mwai Kibaki übernommen zu haben. Der Regierung wurde Korruption vorgeworfen, dennoch trat Maathai erst sehr spät zurück. Nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung führte sie wieder Proteste an, bei denen 2008 auch Polizisten mit Tränengas auf sie schossen.

Das von ihr gegründete „Green Belt Movement“, zu Deutsch „Grüngürtel-Bewegung“, konzentrierte sich in den ersten Jahrzehnten nach der Gründung im Jahr 1977 auf das Pflanzen von Bäumen, um der Entwaldung und der Bodenerosion in Kenia entgegenzuwirken. Ein weiterer Schwerpunkt der unabhängigen Organisation ist die Entwicklung und Aufklärung der Bevölkerung hin zu einem bewussten und schonenden Umgang mit der Natur. Seit der Gründung wurden mehr als 30 Millionen Bäume gepflanzt und über 30.000 Frauen in Forstwirtschaft, Imkerei, Nahrungsmittelverarbeitung und ähnlichen Berufsfeldern ausgebildet.

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