Jim Yong Kim als Weltbankchef nominiert

panthermedia.net Ronald Hudson

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Viele wurden überrascht als US-Präsident Barack Obama kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist den Universitätsdirektor Jim Yong Kim für die Nachfolge von Robert Zoellick für den Chefposten der Weltbank nominierte. Da auch andere Entwicklungsländer Führungsansprüche deutlich gemacht haben, muss der Gesundheitsexperte und Profi für Entwicklungshilfe gegen Konkurrenz aus Nigeria und Kolumbien antreten. Als Favoriten der afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten gelten die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala und der ehemalige kolumbianische Finanzminister José Antonio Ocampo. Der Entwicklungsökonom der Columbia-Universität Jeffrey Sachs hatte auch Interesse an dem Posten bekundet. Er hatte allerdings keine offizielle Rückendeckung aus Washington. Der US-Ökonom wird laut Berichten der Süddeutschen Zeitung aktuell nur durch Bhutan, Kenia, Malaysia und kleinere Entwicklungsländer als Kandidat favorisiert.

Der aktuelle Amtsinhaber Robert Zoellick war bisher fünf Jahre lang an der Spitze der internationalen Finanzinstitution. Ende Juni tritt er seinen Posten ab.

Der von US-Präsident Obama vorgeschlagene Kandidat Kim ist momentan an der Spitze der US-Eliteuniversität Dartmouth College. Er wurde 1959 in Südkorea geboren, ist später in den Vereinigten Staaten aufgewachsen und heute US-Bürger. Der Mediziner ist bisher weitgehend unbekannt, trotzdem hat er bereits internationale Erfahrung gesammelt. Er war nämlich Direktor bei der Weltgesundheitsorganisation WHO und als solcher zuständig für Aids-Bekämpfung.

Zuvor wurden andere angesehene US-Politiker für den Posten gehandelt – unter Anderem der einflussreiche Senator John Kerry und Außenministerin Hillary Clinton. Alle beide hatten jedoch kein Interesse an dem Posten bekundet.

Auch wenn die Nominierung des Akademikers als Überraschung gilt, ist seine Wahl als Nachfolger an der Spitze der Weltbank ziemlich wahrscheinlich. Bisher hatte eine ungeschriebene Regel nämlich Tradition – die Weltbank wird von einem Amerikaner geführt, der Internationale Währungsfonds (IWF) dafür von einem Europäer. In der Tat haben die USA bereits seit der Gründung der Weltbank nach dem Zweiten Weltkrieg den Chefsessel inne. Die USA verfügen über den größten Stimmenanteil und können zudem mit Rückendeckung durch die Europäer und Japan rechnen.

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