Während über Hilfszahlungen nach Griechenland diskutiert wird, vergisst man schon einmal leicht die Probleme und Rückstände in vielen anderen Ländern auf dieser Erde. Die Europäische Union ist der größte Geldgeber für Entwicklungshilfe in der ganzen Welt. Mehr als die Hälfte des weltweit eingesetzten Geldes kommt von der EU mit ihren 27 Mitgliedern. Nun warnt die Lobby-Organisation „One“ für Entwicklungshilfe vor dem Risiko, die ärmsten Menschen der Welt wegen der Finanzkrise zu vergessen.
Denn die EU hatte sich eigentlich verpflichtet, bis zum Jahr 2015 jedes Jahr rund 0,7 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts in die internationale Entwicklungshilfe zu investieren. Zum ersten Mal seit zehn Jahren sanken in diesem Jahr aber die Hilfszahlungen – ganze vierzehn Länder zahlen weniger, als eigentlich versprochen. Vor allem Staaten, die selbst in der Krise stecken, wie Spanien oder Griechenland. Der neue Durchschnittswert liegt jetzt bei 0,43 Prozent. Das bedeutet, dass bis 2015 ein Loch von rund 43 Milliarden Euro in der Kasse für Entwicklungshilfe klaffen könnte.
Zur Zeit warnt die Organisation „One“ lediglich und rückt damit einen wichtigen Umstand zurück ins öffentliche und mediale Interesse. Jetzt dürften die künftigen Planungen der EU Kommission mit noch mehr Spannung erwartet werden. Denn bald sollen die Zahlen für die Entwicklungshilfe von den Jahren 2014 bis 2020 offengelegt werden. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Finanzkrise einen großen Teil schluckt und ob Europa auch in schweren Zeiten zu seinen Versprechen steht.
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