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Das deutsche Sozialwesen ächzt unter der Last der Abschaffung des Zivildienstes. Schlüsselpositionen in der Pflege, ja das ganze Rückgrat des Systems, baute auf den Rücken motivierter Zivildienstleistender auf. Diese sorgten somit für einen reibungslosen Ablauf im Klinikalltag. Der neue Bundesfreiwilligendienst knüpft an diese ruhmreiche Tradition an.
Die Abschaffung des Wehrdienstes, welche im Mai 2011 in Kraft trat, ist das schwerwiegende Relikt des ehemaligen Bundesverteidigungsministers Carl Theodor zu Guttenberg. Es hinterließ vor allem Fragen. Wie sollte die Lücke, die durch den wegfallenden Zivildienst enstand, sinnvoll geschlossen werden. Nicht nur das Sozialwesen auch ein ganzes Amt, das Bundesamt für Zivildienst, stand vor einer tiefgehenden Existenzfrage.
So hob man den Bundesfreiwilligendienst als Nachfolgemodell zum Zivildienst aus der Wiege und unterstellte dessen Direktion dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (Nachfolger des Bundesamts für Zivildienst).
Der Dienst soll eine Ergänzung zu dem bereits seit Jahrzehnten existierenden “freiwilligen sozialen Jahr” sein und zivilgesellschaftliches Engagement in der Bevölkerung fördern. Neu ist, dass auch über 27-Jährige an diesen Maßnahmen teilnehmen können. Dies ist perspektivisch auch für Langzeitarbeitslose interessant, die durch ein solches Projekt Schritt für Schritt zurück in den Arbeitsalltag geführt werden können.
Eine Vergütung erfolgt nur im Rahmen von Taschengeld. Der Maximalsatz dieses Taschengelds beträgt 336 Euro, was angesichts der Tatsache, dass Bundesfrewillige meist Vollzeit arbeiten müssen, nicht gerade viel erscheint.
Für junge Erwachsene in beruflichen Orientierungsphasen, kann der Dienst allerdings eine wichtige Rolle bei der Findung eines zukünftigen Arbeitsplatzes einnehmen. Kliniken und soziale Einrichtung übernehmen, laut eigenen Angaben, nicht selten hoch motivierte Dienstleistende in ein späteres Ausbildungsverhältnis.