Aborigines bekommen Israelische Entwicklungshilfe

Hebräisch © henryart - Fotolia.com

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Israelische Linguisten wollen in einem neuen entwicklungstechnischen Förderungsprogramm der toten Sprache der australischen Ureinwohner wieder Leben einhauchen.

Dieses zunächst absurd klingende Projekt, das die ursprüngliche Sprachen der Aborigines rekonstruieren will, wurde von Gilad Zuckermann ins Leben gerufen. Er hat die Linguistin Jackie Troy nach Israel eingeladen, was durch die Gelder jüdischer Gemeinden möglich gemacht wurde. 

Erst bei einer genauen Betrachtung wird deutlich, warum dieses Projekt ausgerechnet von Israel finanziert wird. Parallelen zum Schicksal der australischen Ureinwohnersprache finden sich auch bei der hebräischen Sprache. Zweitausend Jahre lang, also über die gesamte Zeitspanne der Abwesenheit des israelischen Volkes hinweg, war auch die hebräische Sprache tot. 

Mit dem Aufkommen des Zionismus in Europa und den vereinigten Staaten beschäftigten sich Ende des 19. Jahrhunderts erstmals Sprachwissenschaftler mit der Belebung des Hebräischen. Federführend war der Gelehrte Eliezer Ben Jehude, der die moderne hebräische Sprache anhand bibilischer Grammatik zu einem neuen Gewand verhalf. Doch die Transkription von Alt in Neuhebräisch verlief nicht ohne Schwierigkeiten, denn woher sollten Begriffe für neu-erfundene Dinge genommen werden? 

Es entwickelte sich ein akademischer Streit darüber, welche Sprache im geplanten israelischen Staat gesprochen werden sollte. Die Briten, welche über das Mandatsgebiet Israel herrschten, erkannten 1922 erstmals das Hebräische als offizielle Sprache an. Diese wurde auch nach Staatsgründung als Amtsprache beibehalten. So hatten die Israelis es geschafft ihre verstaubte Sprache, die nur noch für religiöse Zwecke genutzt wurde, in die Moderne zu überführen. 

Diese Errungenschaft brachte dem Land eine gehörige Portion Selbstbewusstsein ein, denn sie trug zur Identitätsfindung des Staates bei. Aus diesem Grund will die Initiative um Gilad Zuckermann auch den Aborigines, deren Sprache durch die Zwangseuropäisierung der westlichen Besatzer, ausgelöscht wurde, zu einem neuen Selbstbewusstsein verhelfen. Schwierig ist allerdings, dass es sich bei den vielen verschiedenen Aborigines-Dialekten nicht um Schriftsprachen handelte, was eine Rekonstruktion deutlich erschwert.

Kritik an der deutschen Entwicklungspolitik

Entwicklungspolitik © XtravaganT - Fotolia.com

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Das Thema Entwicklungspolitik und insbesondere das zugehörige deutsche Ministerium sorgt nicht zuletzt durch seine wechselhafte Besetzung für Kontroversen. Viele kritische Stimmen sprechen dieser Institution sogar jegliche Daseinsberechtigung ab. 

Selbst der jetzige Entwicklungsminister wollte die Behörde, der er jetzt vorsteht, schon einmal abschaffen. Dirk Niebel (FDP) ist in jedem Falle nicht gut zu sprechen auf seine Vorgänger. Gegenüber der Leipziger Volkszeitung beklagte er sich sogar, dass er deren Spuren nicht beseitigen konnte. 

Niebel will alles anders machen, wie seine prominenten Vorgänger. Auf die Frage, warum er Erhard Eppler und Heidemarie Wieczorek-Zeul nicht zur anstehenden Jubiläumsfeier des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit als Redner bestimmt hatte, sagte er nur sarkastisch: “Wir machen Zukunft, nicht Vergangenheit”. 

Wirft man aber einmal auf die Vergangenheit dieses umstrittenen Ministeriums, so stellt man schnell fest, dass sich das Thema Entwicklungspolitik in seinen Anfängen sehr wohl mit Vorangegangenem beschäftigte. Deutschland, das zwei Weltkriege initiierte und als Verlierer und Schurke da stand, nutzte seine Chancen, um in Entwicklungspolitik Wiedergutmachung zu leisten, die das beschädigte Ansehen des Landes teilweise restaurieren sollte. 

Bei der Entcheidung, welche Länder deutsche Subventionen erhalten sollten, spielte, laut Egon Bahr, prominentem Ex-Entwicklungsminister, die Frage welcher politischen Hemisphäre diese angehörten eine nicht unerhebliche Rolle. Es wurden Unterschiede zwischen kommunistischen Ländern und westlichen gemacht, was die Überlegenheit des westlichen Systems demonstrieren sollte. Der Vorwurf der verdeckten industriellen Subvention wurde schnell laut, denn die finanziellen Hilfsmittel wurden direkt an Aufträge für deutsche Firmen gekoppelt. 

Als der Club of Rome 1972 seine Berühmte Studie “Grenzen des Wachstums” veröffentlichte, die auf die Misstände zwischen Armen und Reichen Ländern aufmerksam machte, veranlasste das Erhard Eppler (SPD) die Kritik an der verfehlten Entwicklungspolitik in die Regierung einbrachte. 

Die sture Haltung des derzeitigen Ministers macht deutlich, dass die Kritik bis heute nicht abgebbt ist. 

Immobilienerwerb in Kuba

Quelle: Flickr/Patrick Nouhailler

Quelle: Flickr/Patrick Nouhailler

In Kuba macht man gerne Urlaub, aber wohnen möchte man dort in der Regel nicht. Denn außerhalb der aufgehübschten touristischen Zentrum, liegt ein Kuba, dass man nur in den Nachrichten sehen, aber keinesfalls leben möchte. Das zutiefst kommunistische Land ist nicht nur arm, sondern auch sehr marode. Das trifft neben der Poltik vor allem auf die Infrastruktur zu.

Der kubanische Wohnungsmarkt ist in einem desolaten Zustand: zu wenig Wohnungen und Häuser, zu meist mehr als baufällig, zwingen viele Einwohner unter ein Dach zu ziehen. Daher ist das Zusammenleben meherer Generationen in einer Wohnung oder einem Haus typisch. Aus verhassten kapitalistischen Gründen war es bisher nicht möglich, neues Wohneigentum käuflich zu erwerben. Doch das soll sich in Zukunft mit einem neuen Gesetz ändern, das einem den Kauf und Verkauf von Immobilien erlauben soll. Das Besondere daran ist die Tatsache, dass sogar ausgewanderte Exil-Kubaner ein solches Geschäft tätigen können, obwohl sie nach aktueller Lage jeglichen Besitzanspruch durch ihre Ausreise verloren haben.

Was wie eine Art Liberalisierung und sozialistischer Abkehr wirkt, scheint vielmehr der schlechten Finanzlage geschuldet zu sein, da sich durch die Legalisierung von Kauf und Verkauf höhere Steuereinnahmen erzielen lassen, die dringend nötig scheinen. Weiterhin kann spekuliert werden, ob dadurch finanzstarke Investoren angelockt werden können, die Kuba flächendeckend zu einem neuen Ort für Zweit- und Ferienwohnungen entstehen lassen. Bis das allerdings soweit ist, muss sich noch viel mehr ändern. Allein die eine Gesetzesänderung zieht weitere Änderungen in dreistelliger Höhe nach sich.

Ob sich Kuba bald zum Feriendomizil nordamerikanischer und europäischer Urlauber und Rentner entwickelt, bleibt natürlich abzuwarten. In Europa ist das Geschäft mit Zweitwohnungen und Ferienapartments längst ein Riesengeschäft. Immobilien bei Propertygate etwa decken ein internationales Spektrum an besonders hochwertigen Kauf- und Mietobjekten ab. Schwerpunktmäßig handelt es sich dabei um Immobilien im mediterranen Raum. Dort ist es ja auch mindestens so schön wie in der Karibik.

Wilders gegen Integration in den Niederlanden

© Franz Pfluegl - Fotolia.com

© Franz Pfluegl - Fotolia.com

Der Fall des 18-jährigen Mauro Manuels geistert quer durch alle niederländischen Medien: Trotz bester Integration soll der Einwanderer mit Wurzeln in Angola abgeschoben werden. Er lebt seit seinem neunten Lebensjahr bei Pflegeeltern in den Niederlanden, spricht perfekt Holländisch und engagiert sich im Fußballklub seines neuen Heimatstädtchens Oostrum – wenn das nicht eine gelungene Integration beweist. Da aber Frieden in Angola herrscht, soll er nun abgeschoben werden. Ein Großteil der niederländischen Bevölkerung spricht sich eindeutig gegen diese Pläne aus. Hinter der Diskussion steckt aber noch viel mehr als ein Einzel-Schicksal: Die niederländische Regierung ist in Fragen rund um die Integration und Immigration tief gespalten. Derzeit regieren im Nachbarland Holland die Christdemokraten gemeinsam mit der rechtsliberalen Partei VDD. Die immer stärker werdenden rechten Parteien werden dem eigentlich als liberal bekannten Land langsam zum Verhängnis.

Der Rechtspopulist Geert Wilders verfolgt eine rigorose Ausländerpolitik. Um diese durchzuboxen, schreckt er auch nicht vor Schreiereien im Parlament oder öffentlichen Beleidigungen zurück. Da die Christdemokraten auf die Unterstützung Geert Wilders und seiner Rechtspopulisten angewiesen sind, spricht sich auch die christliche Parteispitze für eine Abschiebung Manuels aus.

Doch eine Mehrheit in ihrer Partei finden sie damit nicht. Mehrere Abgeordnete wollen nun auf eine menschlichere Ausländerpolitik pochen und sich nicht mehr dem Druck Wilders beugen. Deswegen wird derzeit auch im niederländischen Parlament in Den Haag über die Zukunft von Manuel abgestimmt. Der gebürtige Angolaner ist dabei auch persönlich anwesend – vielleicht kommt es ja sogar zu einem Tête-à-tête mit Wilders. Dann könnten sich die beiden im Limburger Dialekt miteinander unterhalten, denn Mauro wuchs nur etwa 30 Autominuten von Wilders Geburtsort entfernt auf.

Pogrome gegen Roma und Sinti in Bulgarien

 
Bulgarien ist derzeit geprägt von ethnischen Spannungen innerhalb der Bevölkerung. Die Integration der Roma in diesem Land gilt nun als gescheitert, und das, obwohl noch im Frühjahr der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon genau dieses Land als gutes Beispiel für das friedliche Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen lobte. Ein Ruf, den Bulgarien schon seit dem Zweiten Weltkrieg genießt. Auch 1989 nach Ende des Kommunismus entschied man sich dort gegen eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen der slawischen Mehrheit und der türkischen Minderheit.

Die derzeitige angespannte Situation heißen Nationalisten willkommen und protestierten auch in den vergangenen Tagen wieder zu mehreren Tausenden gegen die Roma-Minderheit im Land. Maßnahmen gegen die Kriminalität der Roma, sogar die Todesstrafe werden auf Kundgebungen und Straßenmärschen von den slawischstämmigen Bulgaren. Während Polizeiaufgebote größere Zwischenfälle verhindern sollen, wirft man der Regierung in Sofia Tatenlosigkeit vor.

Aufgeflammt sind diese Unruhen durch den Tod eines slawischstämmigen 19-Jährigen, der angeblich vorsätzlich in einem Dorf im Süden Bulgariens von Roma aus dem Clan des dortigen Roma-Bosses überfahren. Darauf hin steckten Dorfbewohner das Haus des „Zar Kiro“ an, der inzwischen festgenommen wurde, weil er Morddrohungen an die Familie des Opfers richtete.

Es ziehen weiter Proteste und Straßenmärsche durch die Innenstadt Sofias auf, auch von Anhängern der rechtsextremen Bulgarischen Nationalen Union, um sich gegen „Roma-Terror“ und „soziales Parasitentum“ laut zu machen. Die nationalistische WMRO-Partei sammelte vor der Volksversammlung Unterschriften für stärkeres Bemühen seitens des Staates, die Konflikte mit den Roma zu lösen.

Offiziell leben in Bulgarien etwa 300 000 Roma, während ihre Zahl Schätzungen zufolge jedoch weit mehr als eine halbe Million betragen soll. Die Reaktionen des Staates und die verbreiteten Beschlüsse, stoßen jedoch noch auf harsche Kritik. Als zu allgemein bewertet, erfüllen sie die Forderungen nach mehr Aufmerksamkeit und Engagement nicht.

Wahlrecht ab 2015 für Frauen aus Saudi-Arabien

Frauen in Saudi-Arabien, Foto: king david israel_flickr

Frauen in Saudi-Arabien, Foto: king david israel_flickr

Für die saudische Welt ist es eine Sensation – und um sie zu verkünden, hat es gerade mal fünf Minuten gebraucht. König Abdullah gesteht Frauen das Wahlrecht in dem von ihm regierten, streng islamischen Saudi-Arabien zu. Allerdings muss sich die weibliche Bevölkerung noch ein paar Jahre gedulden, erst ab 2015 tritt die neue Regelung in Kraft. Saudi-Arabien ist das einzige muslimische Land, das Frauen bislang das Wahlrecht verwehrt. Im saudischen Königreich wird das islamische Recht besonders streng und rigide interpretiert. Frauen werden so in vielen Lebensbereichen eingeschränkt und massiv benachteiligt.

Am vergangenen Sonntag, den 25. September, erklärte der Monarch vor dem saudischen Parlament, dass Frauen in der Geschichte des Islams schon immer sehr wichtig gewesen wären, und begründete so das Wahlrecht für die weibliche Bevölkerung ab 2015. Innerhalb der beschränkten Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung sollen Frauen und Männer völlig gleich gestellt werden. So werden Frauen künftig auch ins Parlament berufen werden können, in die Gemeinderäte gewählt werden und an den Wahlen teilnehmen dürfen. Gewählt wird in Saudi-Arabien aber nur über die kommunalen Regierungen, das Parlament wird einzig und allein vom König berufen.

In der Kritik stand das strenggläubige Land zuletzt wegen der massiven Unterdrückung von Frauen am Steuer. Aktivistinnen hatten den 17. Juni 2011 zum „Tag des Autofahrens“ erklärt. Trotz des geltenden Fahrverbots riefen sie Frauen im ganzen Land dazu auf, sich als Protest in ein Auto zu setzen und durch die Innenstadt von Riad zu fahren. Die Polizei drohte widerspenstigen Frauen mit Peitschenhieben und marschierte in Riad auf. Zwei Tage, nachdem König Abdullah das Wahlrecht für Frauen verkündet hatte, wurde eine Teilnehmerin des Auto-Protestes von einem Gericht zu zehn Peitschenhieben verurteilt. Menschenrechtsorganisationen weltweit reagierten mit Empörung und verwiesen auf die Doppelbödigkeit der Entschlüsse und Gesetze der saudischen Regierung.

20 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Heimat, Foto: wasgehtmalu_flickr

Ein Fünftel der deutschen Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund: Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mit. In die Statistik floss ein, wer seit 1950 aus dem Ausland nach Deutschland gekommen war, sowie deren Kinder. Demnach lebten im vergangenen Jahr rund 15,7 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland, das sind rund 600.000 mehr als im letzten Jahr und macht 20 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands aus. In der Hauptstadt Berlin ist beinah ein Viertel der Bevölkerung Migrant oder stammt aus einer zugewanderten Familie. Die Statistik zeigt auch viele Probleme: Menschen mit Migrationshintergrund sind durchschnittlicher jünger, häufiger ledig und oft schlechter qualifiziert als die Mehrheit der deutschen Bevölkerung.

Zwei Drittel der Deutschen mit ausländischen Wurzeln sind Zuwanderer, ein Drittel wurde bereits in Deutschland geboren. Die knappe Mehrheit hat einen deutschen Pass, während rund 45 Prozent als Ausländer eingestuft werden. Knapp ein Drittel stammt aus den übrigen 26 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, andere wichtige Herkunftsländer sind die Türkei mit 14 Prozent, Polen mit 10,5 Prozent und Russland mit 9,2 Prozent.

Im Durchschnitt sind zugewanderte Menschen 35 Jahre alt und damit knapp 11 Jahre jünger als die restlichen 66 Millionen Deutschen. Rund 15 Prozent der Migranten haben keinen anerkannten Schulabschluss, in der übrigen Bevölkerung liegt der Anteil bei mageren 2 Prozent. Ganzen 45 Prozent fehlt ein in Deutschland anerkannter Berufsabschluss, der Anteil in der Gesamtbevölkerung liegt gerade mal bei 20 Prozent.

Die Statistik zeigt also deutlich, wie schwer es Migranten nach wie vor in Deutschland haben: Durch den fehlenden Schul- und Berufsabschluss finden viele Zuwanderer keine Arbeit. Wer einen Migrationshintergrund hat, ist etwa doppelt so oft erwerbslos wie Menschen ohne. Damit einher geht ein gestiegenes Armutsrisko: Gut jeder vierte Zuwanderer ist von Armut bedroht, in der Gesamtbevölkerung sind es nur knapp 12 Prozent.

Tod der ersten afrikanischen Friedensnobelpreisträgerin

Wangari Maathai, Foto: center for neighborhood_flickr

Die erste Friedensnobelpreisträgerin Afrikas ist tot. Die Kenianerin Wangari Maathai erlag mit 71 Jahren einem Krebsleiden. Sie verstarb am Sonntag, den 25. September, im Kreis ihrer Familie. 2004 war sie als erste afrikanische Frau mit dem Friedensnobelpreis für den von ihr gegründeten Umweltverband „Green Belt Movement“ ausgezeichnet worden. Der Preis wird jedes Jahr vom Osloer Nobelkomitee für besondere Leistungen im Kampf um den Weltfrieden verliehen und ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen dotiert. Die Auszeichnung ist ein Vermächtnis des schwedischen Chemikers und Erfinder Alfred Nobel, der insgesamt 355 Patente anmeldete und unter anderem das Dynamit erfand.

Maathai war Tierärztin und studierte auch in Deutschland. Unter dem autokratischem Regime von Präsident Daniel arap Moi machte sie sich einen Namen als Bürgerrechtlerin mit unbeugsamen Prinzipien. Gemeinsam mit anderen engagierten Umweltaktivisten pflanzte sie Millionen Bäume und setzte sich stark gegen den Klimawandel ein.

Umstritten bleibt ihre Entscheidung, einen Ministerposten in der Regierung von Mois Nachfolger Mwai Kibaki übernommen zu haben. Der Regierung wurde Korruption vorgeworfen, dennoch trat Maathai erst sehr spät zurück. Nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung führte sie wieder Proteste an, bei denen 2008 auch Polizisten mit Tränengas auf sie schossen.

Das von ihr gegründete „Green Belt Movement“, zu Deutsch „Grüngürtel-Bewegung“, konzentrierte sich in den ersten Jahrzehnten nach der Gründung im Jahr 1977 auf das Pflanzen von Bäumen, um der Entwaldung und der Bodenerosion in Kenia entgegenzuwirken. Ein weiterer Schwerpunkt der unabhängigen Organisation ist die Entwicklung und Aufklärung der Bevölkerung hin zu einem bewussten und schonenden Umgang mit der Natur. Seit der Gründung wurden mehr als 30 Millionen Bäume gepflanzt und über 30.000 Frauen in Forstwirtschaft, Imkerei, Nahrungsmittelverarbeitung und ähnlichen Berufsfeldern ausgebildet.

Organspendeerklärung für Deutsche

 

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) plant Neuregelungen für die Organspende. Um die Zahl freiwilliger Organspender zu erhöhen, plant der Bundesgesundheitsminister Neuregelungen, jeder solle demnach erklären, ob er grundsätzlich bereit wäre, Organe zu spenden.

Organspende, Foto: 1rst4u_flickr

Nach längerer Stagnation der Diskussion um die Erhöhung der Zahl der freiwilligen Organspender in der Bundesrepublik, bringt das Bundesgesundheitsministerium diese nun wieder ins Rollen. Bis zum kommenden Frühjahr 2012 sollen die gesetzlichen Neuregelungen ausformuliert sein und den Bürgern vorgestellt werden. Niemand solle durch diese Reform zum Spenden seiner Organe gezwungen sein, jedoch soll es allen Bürgern zur Auswahl stehen ob oder ob nicht. Eine weitere Idee ist, die Entscheidung quasi zu vertagen und die Entscheidung vorläufig aufzuschieben.

Es könnte also ab dem nächsten Jahr so aussehen, dass alle Krankenversicherten von ihrer Krankenkasse befragt werden, ob sie grundsätzlich bereit wären, nach dem Tod Organe zu spenden, „jeder soll zumindest einmal im Leben mit dieser Frage konfrontiert werden“, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Diese Initiative, die Bahr als „Herzensanliegen“ deklariert, ist keine neue Erfindung dieser Tage. Bereits im Jahr 1997 gab es eine ähnliche, fraktionsübergreifende Idee. Diese forderte die Krankenkassen auf, ihre Kunden offensiv mit der Organspende zu konfrontieren. „Jeder, der einen Ausweis hat, ist ein Lebensretter“, sagte Bahr. Wichtig sei, dass niemand zu einer Entscheidung gedrängt werde. „Das ist eine so sensible Frage, da darf es zu keinem Zwang kommen.“

Mittels der neuen elektronischen Chipkarten könnten die Informationen zum Verhältnis zur postmortalen Organspende direkt gespeichert werden. Die Krankenkassen haben bereits Interesse an der neuen Initiative des Bundesgesundheitsministeriums bekundet. Demnach würde man die rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten sehr bald informieren. Eine Möglichkeit seien die Mitgliederzeitschriften oder ähnliches.


 

Vorwürfe aus dem weißen Haus an Europas Krisenmanagement

 

Besorgt: Obama, Foto: portobellospy_flickr

Kaum sind die Schweißperlen auf den Stirnen der Amerikaner getrocknet und eine Staatspleite abgewendet, fangen sie schon wieder an auszuteilen, könnte man nun sagen, wenn man hört, dass sich die Amerikanische Regierung, allen voran Präsident Barack Obama und US-Finanzminister Timothy Geithner, über das Management der aktuellen Europäischen Schuldenkrise beschweren. Dabei wirft Obama Europa vor, sich nicht ausreichend um die Probleme des Europäischen Bankensystems gekümmert zu haben. Das sagt er deswegen, weil man in Amerika Angst hat vor einer weiter Stagnation der Amerikanischen Wirtschaft. Und da treiben sie wieder – die Schweißperlen. Schließlich könne sich auch die Situation der Amerikaner drastisch verschlechtern.

Obamas Kritik äußert sich darin, dass die EU-Mitgliedsstaaten die Probleme der Finanzkrise Anfang 2007 nicht ernst genug nahmen und so wieder im Schlamassel der Schulden stecken würden, weil sie die Probleme im Bankensystem immer noch nicht behoben hätten. Dadurch, so Obama weiter, führte das zusammen mit den Schulden-Problemen Griechenlands zu einer Europäischen Schuldenkrise, die die Welt immer noch in Angst versetzt. Ging es nach Obama, müsste man nun seitens seiner europäischen Kollegen schnell handeln. Laut Obama geht dies im Moment „nicht so schnell, wie es notwendig wäre“. Auch US-Finanzminister Geithner bekräftigte die Aussage Obamas und auch er fordere von Europa, dass man die aktuellen Probleme rund um die Euro-Krise in den Griff bekommen muss, weil von ihr ein „ernstzunehmendes Risiko für die Weltwirtschaft“ ausginge.

Auch die Weltwirtschafts-Macht China drängt auf eine schnelle Lösung der Europäer. Sollte sich die Situation in Europa weiter verschlechtern, könnte dies zu einer Rezession in den Vereinigten Staaten von Amerika führen. Davor hat China natürlich Angst, schließlich sind sie der USA größter Gläubiger, weil die USA die meisten Schulden bei den Chinesen gemacht haben.