Frührentner nehmen weniger Rente in Kauf

Finanzielle EInbuße wegen Frührente

Finanzielle EInbuße wegen Frührente

In diesem Wahljahr sollen vor allem soziale Fragen in den Mittelpunkt gerückt werden. Neben Themen wie Hartz-IV und Mindestlohn steht vor allem die Rente im Fokus. Eine Sonderauswertung der Deutschen Rentenversicherung hat nun ergeben, dass Menschen, die vor dem gesetzlichen Rentenalter von 65 Jahren in den Ruhestand wechseln, einen geringeren Anspruch auf Rente haben.

Einbußen von durchschnittlich 109 Euro

Die finanziellen Einbußen sind dabei nicht unerheblich, denn im Durchschnitt verzichtet ein Frührentner auf 109 Euro im Monat. Im Jahr 2011 bezogen circa 700.000 Menschen erstmalig ihre Rente. Beinahe die Hälfte der Rentner bekam nicht die volle Rentensumme ausgezahlt, wie die Studie belegt. 337.000 Rentner, also gut 48,2 Prozent, beendeten vor dem 65. Lebensjahr ihre Arbeit. Im Jahr 2005 lag der Anteil der Frührentner noch bei 41, 2 Prozent. Bei allen Berufsgruppen ist in diesem Bereich ein Anstieg zu verzeichnen. 23 von 39 ausgewählten Berufsgruppen haben einen Anteil von mehr als 60 Prozent im Bezug auf einen früheren Renteneintritt. Einige Berufe sind jedoch eher betroffen als andere. So sehen sich vor allem Krankenpfleger, Erzieher und Arbeitnehmer aus dem Dienstleistungssektor zu einem vorzeitigen Ruhestand veranlasst.

1997 erstmals weniger Geld für Frührentner

Das wirkt sich ebenso auf die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen aus. Hier ist ein Rückgang auf nur noch 29,3 Prozent zu verzeichnen und lediglich 14,2 Prozent der 64-Jährigen hatte im Juni 2012 noch einen Job. Die Deutsche Rentenversicherung gibt jedoch keine Gründe für den vorzeitigen Ruhestand an. Seit 1992 wurden die Abschläge bei einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben eingeführt, doch war es bis 1996 noch möglich, mit 60 Jahren noch ohne Geldeinbußen in Rente zu gehen. Die Bundesagentur für Arbeit stellt einen Trend dazu fest, dass Arbeitgeber ältere Menschen länger im Betrieb halten wollen. Für Menschen über 50, die arbeitslos sind, ist es jedoch schwierig, eine neue Anstellung zu finden. 

Bilderrechte: © panthermedia.net Werner Gölzer

UNICEF und der Kampf für Bildung

Viele Kinder in der dritten Welt können keine Schulbildung erhalten

Viele Kinder in der dritten Welt können keine Schulbildung erhalten

Für jedes Kind eines Industriestaates besteht die sogenannte Schulp?icht, sodass jeder Schüler mindestens zehn Jahre lang zur Schule gehen muss. Nicht selten wird dies von den Jugendlichen als Last empfunden, da sie lieber mehr Freizeit haben würden. Man muss sich jedoch im Klaren darüber sein, dass Bildung ein Privileg ist und in anderen Ländern viele Kinder alles dafür tun würden, um in die Schule gehen zu dürfen. Dort bleibt es ihnen jedoch aufgrund zahlreicher Gründe versagt. Unter anderem kommt es daher, dass wir auf der Welt über 776 Millionen Analphabeten zählen, von denen über zwei Drittel weiblich sind.

Mädchen in Afrika besonders stark betroffen

Die Hälfte aller Kinder, die keine Schule besuchen können, wohnen in Afrika. Dort gibt es in vielen Gegenden kaum Schulen, sodass die Kinder so etwas nicht einmal kennen. Gerade die Mädchen sollen früh Kinder bekommen und arbeiten; sie gehören somit zu den größten Bildungsverlierern. Daher hat es sich UNICEF in den vergangenen Jahrzehnten zum Auftrag gemacht, verstärkt in die Bildung zu investieren und Länder aus der dritten Welt zu unterstützen. So bauen sie Schulen oder setzen alte Gebäude wieder instand. Da meist auch Eingeborene beim Aufbau helfen, können diese im Nachhinein auch für einen guten Erhalt der Schule sorgen.

AIDS-Prävention als Unterrichtseinheit

UNICEF stellt auch sauberes Trinkwasser in Form von Latrinen und Brunnen in der Nähe von Schulen zur Verfügung. Außerdem wird das Thema Hygiene in den Schulen verstärkt behandelt, damit die Kinder dafür ein Bewusstsein entwickeln und die Lebenserwartung erhöht wird. Ähnlich sieht es auch mit dem Thema AIDS und anderen Infektionskrankheiten aus. Spezieller Unterricht soll die Schüler aufklären.

Doch auch für uns ganz selbstverständlich erscheinende Dinge gehören für UNICEF zur alltäglichen Arbeit und sind für die afrikanischen Kinder elementar, damit sie überhaupt am Unterricht teilnehmen können. Viele Familien können sich nicht einmal Stifte oder Papier leisten. Daher stellt UNICEF nicht nur Schulbänke und Tafeln, sondern auch Stifte und Hefte für jeden Schüler zur Verfügung.

Bilderrechte: © Diana Kosaric – Fotolia.com

So erkennt man seriöse Hilfsorganisationen

Spenden will gelernt sein

Spenden will gelernt sein

Besonders in der Vorweihnachtszeit sind die Menschen spendabel. Gerne wollen sie Hilfsorganisationen aller Art mit ein paar Euros auf die Sprünge helfen, selbst dann, wenn sie selbst nicht viel haben.

Das DZI gibt Auskunft über Seriösität von Hilfsorganisationen

In diesem Fall, aber auch sonst möchten Spendende natürlich trotzdem wissen, was mit ihrem Geld passiert. Vertrauenswürdig war gestern, zu viele schwarze Schafe haben sich unter die Organisationen gemischt. Wer sicher gehen möchte, dass sein Geld auch dort ankommt, wo es gebraucht wird, der kann sich vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen, kurz DZI, weiterhelfen lassen. Sie vergeben ein Gütesiegel an Hilfsorganisationen, die nicht nur das Geld dort einsetzen, wo es benötigt wird, sondern auch ihre Transparenz gegenüber den Kunden aufrecht erhalten.

Hilfsorganisationen werden vom DZI geprüft und erhalten ein Gütesiegel

Zurzeit können sich 251 Hilfsorganisationen mit diesem Siegel kennzeichnen. Das sind allerdings 11 weniger als im Vorjahr. Gründe liegen bei veränderten Standards der Kontrollen des DZI. Sie funktionieren folgendermaßen: Um eine Prüfung und das Siegel zu erhalten, melden sich die Hilfsorganisationen an und zahlen eine Gebühr von 500 Euro. Die Erstantragsprüfung dauert ca. 3–6 Monate, um gründlich nach dem Rechten zu sehen, ein wiederholter Antrag dauert nur 6-8 Wochen. Fällt die Organisation beim Erstantrag durch, darf sie erst wieder nach 2 Jahren einen Antrag auf das Gütesiegel stellen, um nachhaltig an Fehlern zu arbeiten. Das DZI prüft bei der Qualitätssiegelvergabe unter anderem die Gehälter der Mitarbeiter und der Organisationsleitung, außerdem Spendeneinnahmen und Werbeausgaben. #

Hilfe für den Verbraucher

Ebenfalls enthalten ist eine Wirkungskontrolle. So wird garantiert, dass das Geld des Spenders vernünftig genutzt und nicht in die eigenen Taschen gewirtschaftet wird. Trotz weniger Anmeldungen ist das Gütesiegel ein gutes Verfahren, nicht nur für den Verbraucher, sondern auch für die Organisationen. Fehler können entdeckt und behoben werden und Organisationen mit dem Gütesiegel profitieren von höheren Spendeneinnahmen. Sollten Sie die Weihnachtszeit also nutzen wollen, um zu spenden, informieren Sie sich vorher auf der Internetseite des DZI. Dort finden Sie alle Informationen zu seriösen Hilfsorganisationen.

Bilderrechte: © Stefan Balk – Fotolia.com

Ärzte ohne Grenzen im Gaza-Streifen

Ärzte ohne Grenzen weiten ihr Engagement aus

Ärzte ohne Grenzen weiten ihr Engagement aus

Ärzte ohne Grenzen, die größte internationale Organisation für medizinische Nothilfe, hat kürzlich auf die besorgniserregende Situation in den Krisenregionen in Nordafrika und Nahost hingewiesen. Einigen aktuellen Berichten zufolge soll die gesundheitliche Versorgung im Gaza-Streifen und dem südsudanesischen Bundesstaat Jonglei verheerend sein.

ÄoG: Engagement ausgeweitet

Aufgrund der Ausschreitungen im Gaza-Streifen hat die Organisation Mitte November ihr Engagement ausgeweitet und betont, dass die israelische Offensive den ohnehin schon kritischen Zustand der Bevölkerung noch um ein Vielfaches verschlimmere. Die Bevölkerung, so erklärt die Landeskoordinatorin Virginie Mathieu, habe stark unter dem seit Jahren andauernden Konflikt zu leiden, der Zugang zur Gesundheitsversorgung sei mehr als mangelhaft und die Verfügbarkeit von Medikamenten und anderen medizinischen Mitteln nicht gewährleistet.
Seit nunmehr sechs Jahren gibt Ärzte ohne Grenzen Anstoß zum Nachdenken über die Politisierung des Gesundheitssystems sowie die Folgen des Konflikts zwischen den Palästinensern und Israel. Zum jetzigen Moment mangelt es in Gaza aktuellen Berichten der Hilfsorganisation zufolge an 40 Prozent der nötigen Medikamente. Bei anderen wichtigen Verbrauchsmaterialien wie Spritzen und Infusionen sind es sogar 65 Prozent.

Situation in Jonglei “prekär”

Auch im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei ist die Situation prekär. Der Programmverantwortliche Chris Lockyear berichtet von Patienten, die während ihrer Behandlung davon erzählen, dass sie gezwungen wurden, diejenigen Kinder auszuwählen, die sie auf die Flucht mitnehmen wollen und welche zurückgelassen werden sollen. Tausende Zivilisten sind seit drei Jahren den brutalen Angriffen ausgesetzt. Zu den jetzt einsetzenden neuen Vertreibungen haben allem Anschein nach Kämpfe zwischen einer Milizengruppe und dem südsudanesischen Militär geführt.
Eine weitere Folge ist nun, dass die Gesundheitsstrukturen des Bundesstaates zahlreichen Attacken ausgesetzt sind. Auch die Einrichtungen von Ärzte ohne Grenzen wurden inzwischen zum wiederholten Male zerstört. Die Hilfsorganisation ist mit ihren sechs Einrichtungen für rund 287 000 Menschen der einzige Anbieter, der unentgeltlich und qualitativ hochwertig in dieser Region arbeitet.

Bilderrechte: © Felix Abraham – Fotolia.com

Umsonstläden und andere soziale Ressourcenschonung

Gebrauchte Ware in gutem Zustand und zum Nulltarif

Gebrauchte Ware in gutem Zustand und zum Nulltarif

Umsonstläden sind private, sozial oder politisch angestoßene Projekte, bei denen neue oder gebrauchte Gegenstände kostenlos erhältlich sind. Im Gegensatz zu Tafeln oder Kleiderkammern dürfen hier auch Nicht-Bedürftige Gegenstände mitnehmen. Im Vordergrund steht die Erschaffung einer Schenkgemeinschaft, die meist politisch motiviert ist.

Nichts, was es nicht gibt 

Bei den Umsonst-Gegenständen kann es sich um Vieles handeln. Sehr beliebt sind Kleinutensilien wie Geschirr, Besteck, Bücher, Kleidung, CDs und Elektrogeräte.
Wichtig ist, dass die Gegenstände noch gebrauchsfähig und gut erhalten sind. Mitgenommene Dinge können jederzeit wieder zurückgebracht werden, was oft bei Büchern und Kleidung geschieht. Sammeln sich bestimmte Gegenstände zuhauf an, kann es zu Annahmestops kommen. Oft werden überflüssige Dinge an andere Einrichtungen weitergegeben.
Möchte man einen abzugebenden Gegenstand endgültig aus dem monetären Kreislauf entfernen, kann man ihn mit einem Stempel versehen. Der Weiterverkauf ist dann unmöglich. In einigen Umsonstläden ist das tägliche Abholen von Gegenständen limitiert. So soll verhindert werden, dass zum Beispiel Kleider säckeweise mitgenommen werden, um sie anschließend auf dem Flohmarkt weiter zu verkaufen. Sehen wir uns im Internet um, können wir mittlerweile auch viele gebrauchte Artikel zu günstigen Preisen erwerben. Man würde jedoch staunen, wenn man wüsste, wie viele Dinge man sogar komplett umsonst bekommen kann.

Vom Ladenlokal bis zur Freebox

Im März 2012 gab es in Deutschland etwa 61 Umsonstläden. Die örtlich gebundenen Geschäfte befinden sich meist in größeren Städten, aber auch vereinzelt in Orten unter 10.000 Einwohnern. Viele Einzelhandelsgeschäfte liegen in einer zentralen, verkehrsgünstigen Lage. Oft stellen städtische soziale Zentren Räume zur Verfügung. Aber auch leerstehende Garagen und Partykeller werden genutzt. Zusätzlich dazu existieren sogenannte “Freeboxen”, kleine Regale die an Häuserwänden angebracht werden. Diese funktionieren wie Umsonstläden, nehmen allerdings längst nicht so viel Raum ein.

Keine wirtschaftlichen Motive

Den Betreibern der Umsonstäden geht es nicht um den Warenaustausch, sondern um das ungebundene Geben und Nehmen. Ziel ist es, den Erwerb, die Nutzung und die Weitergabe von Gütern außerhalb des kapitalistischen Systems zu ermöglichen. Die Betreiber verfolgen eine praktische Kapitalismuskritik, eine umweltschonende Abfallvermeidung oder die Ausübung einer christlichen, karitativen Sozialethik.

Eine Sonderform der Umsonstläden sind die Leihläden, in denen Güter gegen die Abgabe eines Pfands für einen bestimmen Zeitraum ausgeliehen werden können.

 

Bilderrechte: © panthermedia.net/Antonio Oquias

Was wird mit der Rente?

Die Koalition möchte die Erziehung von Kindern positiv in der Rente berücksichtigen, allerdings nur wenn die Mütter mindestens 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Die Koalition möchte die Erziehung von Kindern positiv in der Rente berücksichtigen, allerdings nur wenn die Mütter mindestens 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Union und FDP sind sich einig: Sie wollen die neue „Lebensleistungsrente“ auf den Weg bringen. Wie genau sie das anstellen wollen, ist allerdings noch nicht klar. Fest steht: Die Koalitionspartner wollen, das es Menschen, die ihr Leben lang Geringverdiener waren, Kinder großgezogen haben, Angehörige pflegen oder nach einer Krankheit arbeitsunfähig werden, später eine bessere Rente haben sollen als die, die sich auf den Sozialstaat verlassen haben. Auf dieser Grundlage wird nun weitergearbeitet. Die einzigen konkreten Details, auf die sich Partei- und Fraktionsvorsitzende geeinigt haben, beinhalten zwei Dinge. Die neue Leistung soll nur bei Versicherten greifen, die mindestens 40 Jahre lang in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben und zusätzlich noch privat vorgesorgt haben. Das sorgt in der Bevölkerung für Unmut. Zusätzlich dazu sollen aber Beitragszeiten wie die aus der Kindererziehung, der Pflege von Angehörigen und/oder Erwerbsminderung stärker ins Gewicht fallen als bei Normalverdienern. Schon berechnete Zahlen von Sozialministerin Ursula von der Leyen liegen zwar vor, wurden aber von der CSU als zu früh veröffentlicht abgetan. Dass jeder, der die Bedingungen erfülle, in der Rente zwischen 830 und 850 Euro pro Monat zur Verfügung hätte, stehe noch längst nicht fest.

Zusätzlich erschwert wird der Vorschlag durch komplizierte Berechnungsmethoden, die örtlich meist sehr unterschiedlich hohe Grundsicherung und die noch nicht ausreichend gebannte Gefahr des Missbrauchs. Ebenfalls problematisch für die Sozialministerin ist die neue Regelung für Mütter von Kindern, die nach dem 1. Januar 1992 geboren sind. Sie erhalten für jedes Kind 3 Jahre Erziehungszeit, im Gegensatz zu Müttern mit Kindern, die vor diesem Jahr geboren wurden, sie erhielten bisher nur ein Jahr. Von der Leyen empfinde es als ungerecht, dass diese Mütter nur eine Mini-Rente erhielten. Da jedoch das Ausweiten der Drei-Jahre-Regel Kosten in Milliardenhöhe verursachen würden, diskutiert die Koalition eine Lösung, in der nur Mütter mit drei oder mehr vor 1992 geborenen Kindern in die neue Rentenregelung einbezogen werden. Beschlossen ist bis heute aber noch nichts. Die CSU versicherte lediglich, das Thema würde auf der Tagesordnung bleiben.

Bilderrechte: © panthermedia.net/ herjua

Hilfsorganisation: Dubiose Spendensammlungen

Von Spenden für die IMH sollten man absehen

Von Spenden für die IMH sollten man absehen

Manch einer hat es vielleicht schon selbst gesehen: Die Internationale Medizinische Hilfe, kurz IMH, wirbt dieser Tage flächendeckend um neue Mitglieder. Obwohl der Verein bei der Justiz schon in Verruf geraten ist, existiert er munter weiter.

Mitleid soll Spenden bringen

Die Methode ist stets dieselbe: Ein seriös wirkender, gut gekleideter Mann klingelt an der Tür. Er stellt sich als IMH-Werber vor und redet dann von schönen und innovativen Dingen wie Babykrankenwagen. Im Anschluss möchte er natürlich die Bankdaten in Erfahrung bringen. Und wenn das Gegenüber sich anfangs womöglich etwas skeptisch zeigt und eher widerwillig das ihm in die Hand gedrückte Formular ausfüllt, wird es alsbald mit mitleiderregenden Sätzen wie „Ohne dieses Gerät werden kleine Säuglinge sterben“ eingelullt und überredet.

Kurz nicht aufgepasst, schon ist man Mitglied

Aber nicht nur das – meist kommt es gar nicht dazu, dass das Formular korrekt ausgefüllt wird, sondern der Werber spekuliert stattdessen auf Bargeld. Dieses wird dem Gegenüber dann sozusagen mitten im Gespräch abgenommen, so dass er kaum mehr Zeit hat, das halbausgefüllte Formular unter die Lupe zu nehmen – mit fatalen Folgen. Denn wenige Tage später kommt dann die böse Überraschung: Die IMH bestätigt die Mitgliedschaft mit einem Jahresbeitrag von knapp 50 Euro und einer Kündigungsfrist von zwei Wochen.

Methoden einer Drückerbande führten noch zu keiner Anklage

Andre Knapp, Rechtsanwalt und Leiter der IMH-Geschäftstelle in Freiburg, gibt sich ahnungslos und bekräftigt, dass jeder, der Spenden entgegennehme, abgemahnt würde. Er betont darüber hinaus die Professionalität der Werber.

Die Vergangenheit erzählt hingegen eine andere Geschichte über den Verein: Vor einigen Jahren wurde bereits gegen ihn ermittelt, es wurden in der Summe zehn Strafbestände diskutiert. Das Verfahren wurde im Mai letzten Jahres aber wegen mangelnder Tatnachweise eingestellt. Was also vorerst bleibt, ist der Hinweis an alle Bürger, lieber zweimal hinzusehen, ehe sie ihre Unterschrift unter irgendein Formular setzen.

Bilderrechte: © Margit Power – Fotolia.com

Altersarmutrisiko höher als vermutet

 

Rente und private Altersvorsorge

Rente und private Altersvorsorge

Es dürfte jedem bekannt sein, dass seit vielen Jahren unsere Bevölkerungspyramide dabei ist zu kippen. So machen nicht mehr die Kinder, sondern eben die alten Leute den Großteil der Bevölkerung in Deutschland aus. Wenn man sich die “Pyramide” etwas genauer anschaut sieht man, dass es sich dabei gar nicht mehr um eine Pyramide, sondern viel mehr um eine Urne handelt. Nun könnte man dort viel hinein interpretieren. Doch am ehrlichsten wäre wahrscheinlich, wenn man daraus erkennt, dass unser Rentensystem nicht mehr funktioniert und daher sicherlich bald eingeäschert werden muss. So reden seit vielen Jahren einige Experten davon, dass man das Rentensystem von Grund auf überarbeiten müsse, da es einfach nicht mehr funktionieren und vor allem in den nächsten 30 Jahren zu einer erhöhten Altersarmut führen wird.

Grober Überblick wie unser Rentensystem funktioniert:

Die jungen Leute, also alle die arbeiten, zahlen in einen großen Topf (die Rentenkasse) ein. Die Rentner beziehen aus diesem Topf ihre Bezüge. Dieses System wurde damals unter Bismarck entwickelt, als es noch viel mehr junge Leute als alte Menschen gab. Nun ist es aber so, dass viel mehr Menschen Geld aus diesem Topf beziehen, als das welche dort einzahlen. Somit reicht das Geld in der Rentenkasse einfach nicht mehr aus.

Die Folge ist, dass der Staat nun für die Zukunft beschlossen hat, den prozentualen Anteil des Geldes, welches jeder aus dem Topf beziehen kann, zu verringern. Dadurch droht nun mehr Menschen ab 2030 eine Altersarmut, da sie viel weniger wiederbekommen, als dass sie eingezahlt haben. Daher wirbt die große Koalition vermehrt darum, dass jeder auch privat vorsorgen solle, um dies zu vermeiden. Die Arbeitsministerin von der Leyen hat nun ein Modell vorgestellt, was jedem, der eine Rente von unter 850 Euro bekommen würde, einen Zuschuss gewährt. Damit trifft sie jedoch kaum auf Anklang, sodass man damit rechnen kann, dass sich dieses Modell nicht durchsetzen wird. Doch viel Zeit bleibt der Regierung nicht mehr, um das Problem in den Griff zu kriegen, da immer mehr Menschen ins Rentenalter kommen und nach wie vor immer weniger Kinder geboren werden.

Bilderrechte: © N-Media-Images – Fotolia.com

Eurokrise schadet Entwicklungshilfe

Inwiefern schadet die Eurokrise der Entwicklungshilfe?

Inwiefern schadet die Eurokrise der Entwicklungshilfe?

Ganz Europa scheint zur Zeit nur noch ein Thema zu kennen: die Euro- und Staatsschuldenkrise. Darüber werden andere Themen ganz vergessen. Entwicklungshelfer warnen jetzt davor, die Unterstützung für arme Länder ganz aus den Augen zu verlieren.
 
Während über Hilfszahlungen nach Griechenland diskutiert wird, vergisst man schon einmal leicht die Probleme und Rückstände in vielen anderen Ländern auf dieser Erde. Die Europäische Union ist der größte Geldgeber für Entwicklungshilfe in der ganzen Welt. Mehr als die Hälfte des weltweit eingesetzten Geldes kommt von der EU mit ihren 27 Mitgliedern. Nun warnt die Lobby-Organisation „One“ für Entwicklungshilfe vor dem Risiko, die ärmsten Menschen der Welt wegen der Finanzkrise zu vergessen.
 
Denn die EU hatte sich eigentlich verpflichtet, bis zum Jahr 2015 jedes Jahr rund 0,7 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts in die internationale Entwicklungshilfe zu investieren. Zum ersten Mal seit zehn Jahren sanken in diesem Jahr aber die Hilfszahlungen – ganze vierzehn Länder zahlen weniger, als eigentlich versprochen. Vor allem Staaten, die selbst in der Krise stecken, wie Spanien oder Griechenland. Der neue Durchschnittswert liegt jetzt bei 0,43 Prozent. Das bedeutet, dass bis 2015 ein Loch von rund 43 Milliarden Euro in der Kasse für Entwicklungshilfe klaffen könnte.
 
Zur Zeit warnt die Organisation „One“ lediglich und rückt damit einen wichtigen Umstand zurück ins öffentliche und mediale Interesse. Jetzt dürften die künftigen Planungen der EU Kommission mit noch mehr Spannung erwartet werden. Denn bald sollen die Zahlen für die Entwicklungshilfe von den Jahren 2014 bis 2020 offengelegt werden. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Finanzkrise einen großen Teil schluckt und ob Europa auch in schweren Zeiten zu seinen Versprechen steht.

Bilderrechte: © chris74 – Fotolia.com

Wirtschaft in Afrika zum Teil besser als ihr Ruf

© Anton Balazh - Fotolia.com

© Anton Balazh - Fotolia.com

Wenn man sich nicht ausführlich mit Afrika beschäftigt, kann man den Eindruck bekommen, der Kontinent sei geprägt von Hungersnot, Bürgerkriegen und blutrünstigen Diktatoren. Doch während die Medien über humanitäre Katastrophen in einigen Ländern des Kontinents berichten, entwickeln sich viele andere im Eiltempo wirtschaftlich und gesellschaftlich weiter. 

Die Einstellung westlicher Länder zu afrikanischen Ländern hat sich in den letzten Jahren geändert. Während die Zusammenarbeit früher auf humanitäre Hilfe seitens der reichen Länder und auf Rohstoff-Abbaurechte seitens der afrikanischen Länder konzentrierte, versuchen Entwicklungsorganisationen heute gezielt, die Wirtschaft in Afrika zu fördern. 

Es gibt gute Gründe für Optimismus, wenn man die Entwicklungen in den Ländern Afrikas betrachtet. Sieben der zehn Länder mit dem höchsten Wachstum der Wirtschaftsleistung waren 2011 in Afrika. Das ist keineswegs allein auf hohe Rohstoffpreise zurückzuführen. Der Kontinent ist demokratischer und weniger korrupt als noch vor wenigen Jahren. Hunderte von Millionen von Afrikanern zählen heute zu einer Mittelklasse, welche nicht um das tägliche Überleben kämpfen muss, sondern in die Erziehung des Nachwuchses investieren kann, und sich Konsumgüter leistet. 

Während noch bis in die neunziger Jahre Schauergeschichten von brutalen Diktatoren die Runde machten, kommen Afrikanische Regierungschefs heute aus anderen Gründen in die Schlagzeilen. Die Präsidentin von Liberia, Ellen Johnson Sirleaf, erhielt 2011 den Friedensnobelpreis. Sie ist bereits bereits die zweite Frau, welche an der Spitze eines afrikanischen Staates steht. Die Präsidentin von Malawi, Joyce Banda, sorgte für Aufsehen, als sie hohe Beamte wegen Bestechlichkeit entließ – ein beispielloses Signal gegen die Straffreiheit, die manche Politiker erwarten, nachdem sie sich in hohe Positionen erstritten haben. Ein positives Signal für die politischen Kräfteverschiebungen auf dem Kontinenten ist auch, dass sie dem vor dem internationalen Strafgerichtshof angeklagten Präsidenten des Sudans, Omar al-Bashir, die Einreise in ihr Land verweigerte.